Du hast erste Erfahrungen in der Kletterhalle gesammelt und spürst, wie dich der Fels ruft? Dann ist es Zeit für dein erstes Abenteuer draussen! Klettern am Fels fühlt sich noch freier, noch echter an – und bringt gleichzeitig neue Herausforderungen mit sich. Neben der richtigen Technik spielt vor allem deine Ausrüstung eine zentrale Rolle. In diesem Beitrag zeigen wir dir, was du für deinen ersten Klettertrip am Fels wirklich brauchst, worauf du achten solltest und wie du sicher und mit Freude durchstartest.
Warum Klettern am Fels ganz anders ist – und was das für deine Ausrüstung bedeutet
Wer von der Halle nach draussen wechselt, merkt schnell: Am Fels gelten eigene Regeln. Der Untergrund ist uneben, Hakenabstände können variieren und das Wetter spielt eine viel grössere Rolle. Das bedeutet auch, dass deine Ausrüstung anders und umfangreicher sein sollte. Während in der Halle Seil, Klettergurt und Schuhe meist gestellt oder standardisiert sind, brauchst du draussen dein eigenes, gut abgestimmtes Set. Sicherheit, Komfort und Anpassungsfähigkeit stehen dabei im Fokus.
Gerade beim ersten Felsklettertrip solltest du dich gut vorbereiten, damit du dich auf das Wesentliche konzentrieren kannst: das Erlebnis.
Was du unbedingt brauchst: Die Grundausstattung für den Fels
Die Basis-Ausrüstung beim Felsklettern ist dein Sicherheitsnetz. Sie sorgt dafür, dass du dich auf deine Bewegungen, den Fels und den Moment konzentrieren kannst, weil du weisst: Ich bin gut ausgerüstet.
1. Klettergurt
Dein Gurt muss gut sitzen, weder einschneiden noch verrutschen. Für draussen ist ein Modell mit verstellbaren Beinschlaufen praktisch, weil du so auch mit dünner oder dicker Kleidung flexibel bleibst.
2. Kletterschuhe
Draussen ist der Fels schroffer und oft auch unebener als die Griffe in der Halle. Wähle ein Paar, das dir guten Halt bietet, ohne zu eng zu sein. Gerade für Einsteiger:innen empfehlen sich bequeme Allround-Schuhe.
3. Seil
Fürs Sportklettern am Fels brauchst du ein Einfachseil. Achte auf die richtige Länge – je nach Route zwischen 60 und 80 Metern und auf eine ausreichende Seildicke (meist zwischen 9,5 und 10 mm) für hohe Abriebfestigkeit.
4. Sicherungsgerät + HMS-Karabiner
Ein halbautomatisches Sicherungsgerät (z. B. Petzl GriGri) ist gerade für Anfänger:innen empfehlenswert. Es bietet zusätzliche Sicherheit, sollte aber wie jedes Gerät gut beherrscht werden.
5. Kletterhelm
In der Halle verzichtbar, draussen Pflicht: Der Helm schützt dich vor Steinschlag oder einem Aufprall beim Sturz. Leicht, gut belüftet und bequem – so sollte dein Helm sein.
6. Express-Sets
Für den Vorstieg brauchst du Express-Schlingen, um das Seil in die vorhandenen Haken einzuhängen. Für einfache Routen reichen 10–12 Expressen.
Praktische Helfer für mehr Komfort und Sicherheit
Neben der Grundausstattung gibt es eine Reihe an Tools, die dein Klettererlebnis draussen einfacher und sicherer machen – und oft unterschätzt werden.
Chalkbag + Chalk
Schwitzen ist beim Klettern normal. Chalk sorgt oder 2Toms GripShield dafür, dass deine Hände trocken bleiben und du am Fels guten Grip hast. Ein Chalkbag mit Gürtel oder Karabiner hält das Pulver immer griffbereit.
Bandschlingen und Karabiner
Für den Standplatzbau, zur Selbstsicherung oder als Zwischensicherung brauchst du mehrere Bandschlingen und Schraubkarabiner. Ein 120 cm und ein 60 cm Modell decken die wichtigsten Anwendungen ab.
Persönliches Sicherungsset
Ein sogenanntes Personal Anchor System oder ein einfaches Schraubglied mit Bandschlinge helfen dir beim Einrichten und Sichern am Standplatz.
Topo oder Kletterführer
Bevor du überhaupt los kletterst, brauchst du Infos zur Route: Schwierigkeit, Länge, Absicherung. Ein aktueller Kletterführer oder ein digitaler Topo (z. B. über die App «Vertical Life») hilft dir, deine Route einzuschätzen und vorzubereiten.
Kletterrucksack
Alles gut verstaut: das ist draussen wichtiger denn je. Achte darauf, dass dein Rucksack genug Platz für Seil, Schuhe, Gurt und Co. bietet und angenehm zu tragen ist. Viele Kletterrucksäcke haben ein Seilfach oder eine Seilplane integriert.
Tipps zur Tourenplanung und Vorbereitung deines Klettertrips
Ein Klettertrip am Fels beginnt nicht erst an der Wand – sondern schon bei der Planung. Such dir ein Klettergebiet, das gut erreichbar und einsteigerfreundlich ist, mit kurzen Routen und zuverlässiger Absicherung. Der Basler Jura oder Gebiete im Alpstein sind perfekt für den Einstieg.
Schau frühzeitig den Wetterbericht an – draussen zählt jede Wolke. Regen macht den Fels rutschig, Gewitter sind gefährlich. Lieber einmal mehr verschieben als das Risiko eingehen. Besonders in den Übergangsmonaten oder an schattigen Nordseiten kann der Zustieg zum Fels rutschig oder vereist sein. Mit leichten Schuhspikes von spikes.ch hast du besseren Halt, ohne extra Wanderschuhe einpacken zu müssen. Ideal, wenn du früh im Jahr loslegen willst.
Kletter draussen nie allein. Such dir eine erfahrene Person oder mach bei einem Kurs mit. Gerade beim ersten Mal lernst du so am meisten.
Lies dir das Topo genau durch. Dort steht, wie schwer die Route ist, wo sie beginnt und ob es spezielle Regeln gibt, z. B. wegen des Naturschutzes.
Und schliesslich: Frisch dein Wissen auf. Seilkommandos, Umbauen am Umlenker oder Abseilen, das alles läuft draussen anders als in der Halle. Übung gibt dir Sicherheit.
Klettern mit Verantwortung: Leave No Trace am Fels
Die Natur schenkt uns den Raum für Abenteuer – und wir tragen die Verantwortung, sorgsam mit ihr umzugehen. Gerade beim Felsklettern gilt: Hinterlasse keine Spuren. Dazu gehört:
- Keinen Müll liegen lassen (auch nicht den kleinen Chalkbeutelverschluss oder Bananenschalen).
- Auf markierten Wegen bleiben, auch beim Zustieg.
- Pflanzen und Tiere respektieren, besonders in Schutzgebieten.
- Ruhig verhalten – Felsklettergebiete liegen oft in sensiblen Naturräumen.
Je mehr Menschen sich respektvoll verhalten, desto mehr Klettergebiete bleiben offen und zugänglich.
Fazit: Gut vorbereitet ins Abenteuer starten
Dein erster Klettertrip am Fels ist etwas Besonderes und mit der richtigen Ausrüstung, etwas Planung und Offenheit für neue Erfahrungen wird er unvergesslich. Lass dir Zeit, dich an das neue Umfeld zu gewöhnen. Geniesse das Klettern in der Natur, die Konzentration auf den Moment, das Miteinander. Und vergiss nie: Sicherheit geht vor, aber Spass gehört genauso dazu.
Lust bekommen auf deinen ersten Klettertrip? Dann stöbere in unserem Onlineshop nach passender Ausrüstung, lies weitere Tipps auf dem Blog oder melde dich für einen Einsteigerkurs in deiner Region an. Die Berge warten!
Häufig gestellte Fragen zum Klettern am Fels (FAQ)
Du brauchst: Klettergurt, Seil, Kletterschuhe, Helm, Sicherungsgerät mit HMS-Karabiner und Chalkbag – dazu Express-Sets und, je nach Route, weiteres Sicherungsmaterial.
Ja, für den Einstieg reichen Hallenschuhe oft aus. Draussen nutzt sich das Material aber schneller ab. Ein robusteres Modell lohnt sich langfristig.
Für die meisten Routen in der Schweiz ist ein 60-Meter-Seil ausreichend. Informiere dich aber unbedingt im Topo über die Routendistanz.
Er ist dringend empfohlen. Steinschlag oder Stürze am Fels sind reale Gefahren, die du mit einem Helm deutlich abmildern kannst.
Suche dir erfahrene Partner:innen oder buche einen Kletterkurs. So lernst du Technik, Materialkunde und Sicherheitsaspekte unter professioneller Anleitung.












