Sportklettern in der Schweiz: Die Top-Klettergebiete für Einsteiger und Profis

Sportklettern in der Schweiz: Die Top-Klettergebiete für Einsteiger und Profis –

Die Schweiz ist ein Paradies für Sportkletterer und Sportkletter:innen. Von einfachen Klettergärten bis zu anspruchsvollen alpinen Routen ist hier alles dabei. Egal, ob du gerade erst mit dem Klettern anfängst oder schon seit Jahren im siebten Grad und höher unterwegs bist, in der Schweizer Felslandschaft findest du garantiert dein nächstes Abenteuer. Die regionale Vielfalt reicht von sanften Jurakalk-Felsen im Norden bis zu griffigem Granit im Süden. In diesem Blogbeitrag nehmen wir dich mit auf eine Reise durch die besten Klettergebiete der Schweiz, mit praxisnahen Tipps für Einsteiger und Profis, familienfreundlichen Spots und alpinen Klassikern. Pack deinen Chalkbag, denn es geht los!

Nordwestschweiz: Kletterparadies Jura für Einsteiger und Familien

Im Juragebirge der Nordwestschweiz erwarten dich unzählige gut abgesicherte Sportkletterrouten in moderater Höhe. Besonders der Basler Jura ist bekannt für seine Klettergärten, die sich ideal für erste Felsabenteuer eignen. Rund um Gebiete wie Gempen (Schartenfluh) oder Pelzli bei Dornach findest du Routen in den unteren Schwierigkeitsgraden (4,6 UIAA), perfekt um als Einsteiger Vertrauen in Fels und Ausrüstung zu fassen. Die kurzen Zustiege durch Wälder und flachen Wandfüsse machen diese Gebiete auch familienfreundlich, Kinder können in Sichtweite spielen, während du dich in die Wand wagst. Fortgeschrittene kommen ebenfalls nicht zu kurz: In den Jurakalk-Sektoren gibt es oft auch anspruchsvollere Routen bis zum oberen 7. Grad, falls du dich steigern möchtest.

Tipp: Die beste Kletterzeit im Jura ist Frühjahr und Herbst, wenn die Temperaturen mild sind. Im Sommer spenden Bäume angenehmen Schatten, im Winter kann es jedoch feucht und kalt sein. Achte auf lokale Hinweisschilder: Einige Sektoren können temporäre Sperrungen zum Vogelschutz haben.

Westschweiz: Alpine Klassiker in Gastlosen & Waadtländer Alpen

In der Westschweiz wartet alpines Sportklettern mit Postkarten-Panorama auf dich. Die Gastlosen an der Grenze zwischen Fribourg und Bern werden liebevoll die «Schweizer Dolomiten» genannt: Eine spektakuläre Kalkstein-Felsenkette mit Routen für verschiedenste Niveaus. Hier kannst du mehrseillängige Klassiker im 5. und 6. Grad klettern und dabei den Blick über grüne Täler schweifen lassen. Auch Einsteiger mit ersten Mehrseillängen-Erfahrungen fühlen sich an den gut mit Bohrhaken abgesicherten Touren der Gastlosen wohl, zum Beispiel auf der beliebten Route «Voie du Frère» (5c) mit ihren luftig-schönen Ausblicken.

Weiter westlich, im Kanton Waadt, erhebt sich eine der berühmtesten Kalkwände der Schweiz: das Miroir d’Argentine. Dieser imposante «Spiegel» aus Fels bietet mehrere Routen um den 5. Grad und gilt als alpine Plaisir-Route für Genusskletterer. Die rund 450 Meter hohe Platte fordert vor allem Ausdauer und Trittsicherheit. Ideal, wenn du als fortgeschrittener Kletterer eine längere Tour in Angriff nehmen möchtest. Unten im Tal befinden sich zudem kürzere Sportklettersektoren, z. B. bei St. Loup, wo übrigens einst Klettergeschichte geschrieben wurde (hier gelang Fred Nicole einer der ersten 9a-Routen der Welt).

Tipp: Alpine Gebiete wie Gastlosen und Miroir d’Argentine sind saisonal begrenzt: Im Sommer und frühen Herbst sind die Bedingungen optimal. Nimm unbedingt einen Helm mit, in höheren Wänden kann auch in gut abgesicherten Routen mal ein Steinchen fallen. Und plane genügend Zeit ein: Der Zustieg in den Bergen dauert oft länger, wird aber mit grandioser Aussicht belohnt!

Zentralschweiz: Vielseitige Klettergärten und Mehrseillängen mit Aussicht

Die Zentralschweiz rund um Berner Oberland, Uri und Glarus lockt mit einer grossen Vielfalt an Kletterspots. Im Berner Oberland geniesst du an Orten wie dem Hintisberg über Grindelwald eine atemberaubende Aussicht auf Eiger, Mönch und Jungfrau, während du an steilem Kalk kletterst. Die Routen dort reichen von gemütlichen 5a-Platten bis zu knackigen 7c-Überhängen, hier findet jeder seine Herausforderung. Ein besonderes Erlebnis für geübte Kletterer ist das Sportklettern am Wendenstock: Die bis zu 400 m hohen Wendenstöcke bieten einige der schwierigsten alpinen Sportkletterrouten der Schweiz (häufig 7a und aufwärts, z. B. die berühmte «Patent Ochsner» 7a+). Diese spektakulären Kalkwände sind jedoch nur für Profis empfehlenswert, die solide Mehrseillängen-Erfahrung und Nerven wie Drahtseile mitbringen.

Für weniger Extrem-ambitionierte gibt es in der Zentralschweiz zahllose Klettergärten: Im idyllischen Engelbergertal versteckt sich etwa der Kalkfels Ofen, der gut gesicherte Einseillängen in mittleren Graden bietet. Weiter östlich, an der Grenze von Schwyz und Glarus, liegt der Brüggler, ein Plaisir-Klassiker. An dieser bis zu 300 m hohen, sanft geneigten Nagelfluh-Wand wurden viele Schweizer Kletterer in die Welt der Mehrseillängen eingeführt. Routen wie «Direkte Südwand» (5b) oder «Blueme» (5c) bieten herrlich griffige Kletterei über zehn Seillängen in moderatem Gelände. Hier kannst du als ambitionierter Einsteiger erste Alpinerfahrungen sammeln oder als geübter Kletterer einen entspannten Genusskletter-Tag verbringen.

Auch Granitzufluchtsorte liegen in Reichweite: Am Grimselpass (Berner Oberland) findest du bei Handegg blank polierte Granitplatten und Risse, die ein vollkommen anderes Klettergefühl vermitteln. Die Route «Fair Hands Line» (5b) am Räterichsbodensee ist ein echter Genussklassiker für Mehrseillängeneinsteiger, rauer Granit, weite Tritte und eine beeindruckende Hochgebirgskulisse.

Tessin: Sonnige Kletterspots im Süden für ganzjähriges Felsvergnügen

Wenn in den nördlichen Alpen noch Schnee liegt, zieht es Kletterer ins sonnige Tessin. Die Südschweiz bietet ganzjährig milde Temperaturen und mediterranes Ambiente, Palmen und Granitfelsen inklusive! Rund um Bellinzona, Locarno und Lugano warten unzählige Routen in bestem Gneis und Granit auf dich. Ein Highlight für Einsteiger wie Fortgeschrittene ist das Klettergebiet Ponte Brolla im Maggiatal. Dort gibt es sowohl gut eingerichtete Einseillängen an plattigem Fels (schon ab 4c) als auch längere Routen über 5,8 Seillängen. Die berühmte «Via del Veterano» (5c) am Monte Garzo oberhalb von Ponte Brolla zum Beispiel führt über ~300 Meter durch kompakten Fels und eignet sich hervorragend als erste grosse Mehrseillänge. Unten rauscht der Fluss Maggia, nach dem Abseilen kannst du dir im Sommer direkt eine Abkühlung im Fluss gönnen.

Doch nicht nur Anfänger geniessen das Tessin: Auch Profis finden Herausforderungen. Steile Granitwände wie in Claro oder Cresciano (weltbekannt vor allem fürs Bouldern) bieten knackige Sportkletterrouten bis in den oberen 8. Franzosengrad. Zudem ermöglichen viele Tessiner Gebiete Klettern in den Wintermonaten, ein wahrer Segen, wenn du in der Nebelsuppe des Mittellands dem Sonnenschein entgegenfahren willst. Die Südlage sorgt oft dafür, dass du sogar im Dezember im T-Shirt klettern kannst, während anderswo die Skilifte laufen.

Tipp: Im Sommer kann es im Tessin sehr heiss werden. Plane Klettertage entweder an schattigen Wänden oder klettere frühmorgens und am späten Nachmittag. Vergiss nicht, zwischen den Routen eine echte Tessiner Gelato-Pause einzulegen, das gehört zum Dolce Vita einfach dazu!

Ostschweiz: Vom Plaisir-Klettergarten bis zur extremen Alpenwand

Die Ostschweiz bietet Kletterabenteuer für jedes Niveau: vom gemütlichen Klettergarten in Talnähe bis zu legendären Big-Wall-Routen im Rätikon-Massiv. Anfänger und Familien schätzen z. B. den Klettergarten Schollberg bei Sargans. Dieser leicht zugängliche Fels unmittelbar oberhalb des Rheintals bietet zahlreiche gut gesicherte Routen im 4. bis 6. Grad, ideal für Training nach der Arbeit oder einen Wochenendausflug mit Picknickdecke. Die kurzen Zustiege und die Übersichtlichkeit der Sektoren machen Schollberg auch zu einem beliebten Ort für Kletterkurse.

Auf der anderen Seite des Spektrums steht der Rätikon an der Grenze zu Graubünden: ein wahrer Tummelplatz für Profi-Kletterer. Berühmte extreme Mehrseillängen wie «Silbergeier» (8b+) an der Schweizer Seite der Drusenfluh oder «WoGü» (8c) am siebten Kirchlispitzen-Turm ziehen Elitekletterer aus der ganzen Welt an. Diese nahezu senkrechten bis überhängenden Kalkplatten in ~2500 m Höhe sind Meilensteine des alpinen Sportkletterns, für Schaulustige beeindruckend anzusehen, für Otto Normalkletterer aber eher Stoff für Träume. Doch keine Sorge: Im Rätikon gibt es auch genussvolle Routen in moderaten Graden, beispielsweise am Schweizertor oder der Sulzfluh (einige Plaisir-Routen um 5c,6a), wo auch weniger geübte Seilschaften grandiose Höhenluft schnuppern können.

Neben dem Rätikon finden sich in Graubünden und der Ostschweiz viele weitere lohnende Spots. In der Nähe von Chur kletterst du an sonnenverwöhnten Bündner Schieferfelsen, im Verzascatal warten glatte Gneisplatten und bei St. Gallen liegt der Voralpsee, ein malerischer Bergsee umringt von Routen, die es in sich haben: Hier wurden einige der härtesten Sportklettereien der Schweiz eingerichtet (bis 9a). Selbst wenn du diese Schwierigkeitsgrade nie klettern wirst, ist ein Ausflug zum Voralpsee lohnend, die Atmosphäre am Wasser und der Blick auf die Felswände sind inspirierend und motivierend.

Tipp: In der Ostschweiz kannst du Klettern und Urlaub wunderbar verbinden. Wie wäre es mit einem Abstecher ins Engadin? Tagsüber klettern in den Seitentälern von Bregaglia (z. B. gut abgesicherte Mehrseillängen am Albigna-Stausee) und abends ein Bündner Bergkäse-Fondue in Pontresina geniessen, so schmeckt das Klettererleben!

Fazit: Felsvielfalt geniessen und losklettern!

Von den sanften Kalkfelsen des Juras über die steilen Wände der Alpen bis zu den sonnigen Granitplatten im Tessin, Sportklettern in der Schweiz ist so vielseitig wie das Land selbst. Jede Region hat ihre Perlen für Einsteiger, Familien und Profis. Wichtig ist, dass du dich Schritt für Schritt steigerst und die Touren deinem Können anpasst: So bleibt das Klettern sicher und macht lange Freude. Also, schnapp dir deine Ausrüstung, such dir eines der Top-Klettergebiete aus und stürze dich ins nächste Felsabenteuer! Die Schweizer Berge und Felsen warten auf dich, viel Spass beim Klettern und Entdecken!

FAQ

Für Kletter-Einsteiger sind Gebiete mit vielen leichten, gut abgesicherten Routen ideal. Besonders zu empfehlen ist der Basler Jura (z.B. Gempen oder Pelzli) mit vielen Routen im 4. bis 5. Grad und kurzen Zustiegen. Auch familienfreundliche Klettergärten wie Schollberg (Sargans) oder Ponte Brolla (Tessin) bieten einfache Routen und ein angenehmes Umfeld für Anfänger.

In den Wintermonaten zieht es viele Kletterer ins Tessin, da das Klima dort milder ist. Rund um Locarno und Bellinzona gibt es sonnenexponierte Klettergebiete (wie Ponte Brolla oder Claro), in denen man häufig sogar im T-Shirt klettern kann. Alternativ kann man an warmen Wintertagen auch an südseitigen Felsen im Mittelland klettern oder auf Kletterhallen ausweichen, wenn das Wetter nicht mitspielt.

Grundsätzlich ist Sportklettern in der Schweiz an den etablierten Felsen erlaubt und es sind keine besonderen Genehmigungen nötig. Allerdings gelten pro Gebiet oft Verhaltensregeln: Respektiere lokale Sperrungen (z.B. zeitweise Routenabsperrungen zum Vogelschutz), hinterlasse keinen Abfall und halte dich an die Wildruhezonen. Parke nur an erlaubten Stellen und nutze vorhandene Pfade, um die Natur zu schonen. Wenn du unsicher bist, informiere dich vorab auf der Website des Klettergebiets oder beim Schweizer Alpen-Club (SAC).

Ja, viele Schweizer Klettergärten sind familienfreundlich. Achte auf einen kurzen Zustieg und einen sicheren, flachen Bereich am Wandfuss, wo Kinder spielen können. Beispiele sind das Gebiet Pelzli im Basler Jura, Schollberg bei Sargans oder auch einige Sektoren in Ponte Brolla (Tessin). Dort können Kinder in der Nähe bleiben, während die Erwachsenen klettern. Trotzdem sollte immer eine Aufsichtsperson bei den Kindern bleiben, vor allem wenn geklettert wird , Sicherheit geht vor!

Für sehr erfahrene Kletterer gibt es in der Schweiz zahlreiche Hardcore-Spots. Im Rätikon (Graubünden) warten extreme Mehrseillängen-Routen wie Silbergeier (8b+) auf Kletterprofis. Auch die Wendenstöcke im Berner Oberland bieten lange, anspruchsvolle Touren meist im 7. bis 8. Grad. Wer lieber Einseillängen klettert, findet z.B. am Voralpsee (St. Gallen) oder in Gebieten wie Gastlosen und Leysin (Westschweiz) sehr schwierige Routen. Diese Gebiete fordern selbst Spitzenkletterer und bieten ein perfektes Testfeld, um ans Limit zu gehen.

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